Übungsalarm, Tunnelbrand Stadtbahn Gerlingen (Einsatz Nr. 60 / 2008) [Foto]

Löschzug im Bereitstellungsraum
Einsatzart: Übungsalarm, Tunnelbrand Stadtbahn Gerlingen
Alarmzeit: 01.07.2008 - 20:30 Uhr
Einsatzort: Gerlingen, Stadtbahntunnel
Eingesetzte Kräfte:
Abt. Ditzingen KdoW (1-3), LF 20/16 (1-8), LF 16 (1-8)
Abt. Schöckingen MZF (1-2)
Freiw. Feuerwehr Gerlingen Kdow, MZF, 2xTLF 16, LF 16, RW, GW-T, DLK 30,
Freiw. Feuerwehr Leonberg GW-AS
Feuerwehr Ludwigsburg Kdow, GW-AS
Kreisbrandmeister Kdow

Pressemitteilung: Hitze, Einsätze und Großübungen forderten die Feuerwehren in Ditzingen und Gerlingen am Dienstagabend bis zur Belastungsgrenze. Innerhalb von zwei Stunden erforderten vier Ereignisse einen Großeinsatz der Feuerwehr, 70 freiwillige Männer und Frauen waren mit 15 Fahrzeugen im Dienst.
Ursprünglich wollte sich die Ditzinger Feuerwehr treffen, um mit dem vollständigen Löschzug einen „Übungsbrand“ im Gebäude der örtlichen Kreissparkasse zu löschen. Wenige Minuten vor der geplanten Übung änderte eine Alarmierung die Planungen. Im Traforaum der Trumpf Laserfabrik aktivierte ein Kabelbrand einen Rauchmelder der automatischen Brandmeldeanlage. Beim Eintreffen des Löschzuges war noch Brandgeruch, jedoch kein offenes Feuer feststellbar. Den vorhandenen Wärmestau beseitigte die Feuerwehr durch Lüftungsmaßnahmen.
23 Mann kehrten zum Feuerwehrhaus zurück und starteten mit wenigen Minuten Verspätung die Übung am Bankgebäude in der Gerlingerstraße. Drei Trupps bekämpften dort unter schwerem Atemschutz die Flammen im Gebäude, über die Drehleiter rettete die Feuerwehr zwei Mitarbeiter aus dem dritten Obergeschoss. Schlauchleitungen vor und in dem Gebäude, Standrohre, Hochdrucklüfter und tragbare Leitern benötigte die Feuerwehr zur Bewältigung des Notfalles im Bankgebäude.
Die Aufräumarbeiten waren noch im Gange, als die Ditzinger Wehr eine weitere Alarmierung erreichte. „Starke Rauchentwicklung am Stadtbahntunnel in Gerlingen“ lautete das Stichwort. 40 Einsatzkräfte aus Gerlingen waren bereits vor Ort und forderten aus Ditzinger umfangreiche Löschhilfe an. Zusätzlich alarmierte die Leitstelle Sonderfahrzeuge (Atemschutzgerätewagen) aus Ludwigsburg und Leonberg an. Mehr als 70 Feuerwehrleute mit 15 Fahrzeugen leiteten gerade erste Maßahmen zur Brandbekämpfung und Menschenrettung ein, als sie erkannten, dass es sich offensichtlich um eine unangekündigte Alarmübung (und glücklicherweise keinen Ernstfall) handelte. 16 Mann erkundeten unter schwerem Atemschutz im stark verqualmten Tunnel und retteten die ersten „Verletzten“, als gegen 20:40 Uhr ein weiterer Ernstfall auch diese Übungspläne durchkreuzte. „Fahrzeugbrand im Engelbergtunnel, starke Rauchentwicklung“ meldete die Feuerwehrleitstelle. Bevor die Einsatzkräfte einen verspäteten Aprilscherz vermuteten, ergänzte der Leitstellendisponent das Stichwort: „Realeinsatz, Realeinsatz!“ fügte er der Alarmmeldung hinzu.
Die Besatzungen der Löschfahrzeuge unterbrachen ihren Übungsauftrag und eilten zur A 81. Erkennbarer Qualm am Tunnelportal ließ zunächst einen längeren Einsatz befürchten, die Erkundung im Tunnel sorgte für allgemeines Aufatmen. Bei einem PKW war nach einem Defekt Kühlflüssigkeit ausgetreten und verdampft, der gemeldete bestätigte sich nicht.
Alle abgerückten Fahrzeuge kehrten umgehend nach Gerlingen zurück und folgten wieder dem Übungsdrehbuch im Stadtbahntunnel. Nach mehr als dreistündigem Übungs- und Einsatzstress waren alle Verletzten aus der 1200 Meter langen Tunnelanlage gerettet, der Rauch aus der Bahnanlage abgesaugt und die echten und fiktiven Brände erloschen. Für die Atemschutzgeräteträger bedeutete es das Ende schwerer körperlicher Arbeit. Bei den Löscharbeiten kämpften sie sich mit ihrer 30 Kilogramm schweren Ausrüstung zu den Brandherden und schwitzten dabei bis zu drei Liter Wasser aus ihrem Körper. Völlig erschöpft fiel den freiwilligen Helfern eine Broschüre des Sozialministeriums in die Hände, mit Tipps zum Verhalten bei Sommerhitze: „Vermeiden Sie körperliche Belastungen, … Hitze und hohe Luftfeuchtigkeit belasten ihren Kreislauf.“ Danke für den Hinweis!

01.07.2008

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