H3 - 218 Hochwassereinsätze (Einsatz Nr. 054 / 2010) [Foto]

Einsatzart: H3 - 218 Hochwassereinsätze
Alarmzeit: 04.07.2010 - 05:37 Uhr
Einsatzort: Ditzingen, Stadtgebiet
Eingesetzte Kräfte:
Abt. Ditzingen: Kdow (1-1), LF 20/16 (1-8), DL (1-2), LF 16/8 (1-8), LF 16 TS (1-8), GW-T (1-2), RW (1-2), MTW (1-6)
Abt. Heimerdingen: LF 16/12 (1-8), GW-T (1-6)
Abt. Hirschlanden: TLF 16 (1-5), LF 8 (1-5), MTW (1-2)
Abt. Schöckingen: LF 8 (1-8), MZF (1-5)
Feuerwehren Affalterbach, Eberdingen, Freiberg, Kornwestheim, Ludwigsburg, Marbach, Pleidelsheim, Stuttgart, Tamm
THW Bietigheim-Bissingen, Calw, Karlsruhe, Kirchheim/Teck, Leonberg, Ludwigsburg, Niefern-Öschelbronn, Ostfildern, Schorndorf, Stuttgart
DLRG Ludwigsburg
LNA, KBL, DRK Ortsverein Ditzingen und Münchingen

Pressemitteilung: Ein schwerer Gewitterregen beschäftigte seit dem Morgen des 4. Juli die Ditzinger Feuerwehr. Nach dem dreistündigem Wolkenbruch waren die Bäche im Stadtgebiet zu reißenden Strömen angeschwollen und hinterließen schwere Verwüstungen. 123 Feuerwehrleute aus allen Ditzinger Stadtteilen waren ab 5:37 Uhr im Einsatz, im Lauf des Sonntags erhielten sie Verstärkung von acht Feuerwehren und zehn THW-Ortsverbänden von Karlsruhe bis Schorndorf. Mehr als 250 Einsatzkräfte befinden sich noch am Montagnachmittag im Dauereinsatz.
Über 200 Keller pumpten die Helfer leer, nebenbei wurden sie sieben mal durch Brandmeldeanlagen in Betriebe gerufen, löschten drei Brände durch Kurzschlüsse, leisteten erste Hilfe bei einem Verkehrsunfall und beseitigten Sturmschäden. Höchste Eile geboten war bei einer Gasausströmung, die durch eine Beschädigung der Gasleitung im Neubaugebiet entstand.
Während dieser unzähligen Tätigkeiten kam es zu einer dramatischen Zuspitzung der Großschadenslage, als in einem voll laufenden Gebäude in der Marktstraße zwei eingeschlossene Bewohner gemeldet wurden. Durch den Einsatz mehrerer Pumpen und mit Hilfe von Rettungstauchern konnte glücklicherweise nach etwa 20 Minuten Entwarnung gegeben werden, die beiden Vermissten hatten sich kurz vor der Meldung unversehrt in Sicherheit gebracht.
Einen Einsatzschwerpunkt bildeten die Tiefgaragen in der Weilwww.feuerwehr-ditzingen.de/tgarter Straße. Hier mussten Bewohner und Feuerwehr zusehen, wie innerhalb weniger Minuten zwei Etagen komplett überflutet und etwa 6www.feuerwehr-ditzingen.de/en Wassermassen erfasst wurden. Im Bereich der überfluteten Straßen und Gärten setzte die Feuerwehr ein Schlauchboot ein, um Kontakt zu den Hausbewohnern aufrecht zu erhalten. Zehn Bewohner wurden mit dem Boot in Sicherheit und zum Teil in Notunterkünften unter gebracht.
Erst nach30-stündigem Einsatz und einer Wasserförderung von bis zu 37.000 Liter (!) pro Minute waren die Tiefgaragen wieder begehbar, an den dort abgestellten Fahrzeugen verursachten die Wasser- und Schlammmassen Totalschaden. Weitere vier Tiefgaragen im Stadtgebiet waren bis zu fünf Meter hoch überflutet, sie konnten erst am zweiten Einsatztag von den Wassermassen befreit werden.
Vermutlich Schäden in Millionenhöhe entstanden allein im Bereich der Glemsaue. Hier stand die komplette Sporthalle bis zu zwei Meter hoch unter Wasser, im Schulzentrum war das Kellergeschoss mit Lagerräumen und Gegenständen des Stadtarchivs überschwemmt. Durch elektrische Ströme aus der Photovoltaikanlage kam es auch hier zu kleiner Schmorbränden. Der Schulunterricht muss bis auf weiteres ausfallen.
Auch das Hallenbad und die Stadthalle bleiben bis auf weiteres geschlossen. In beiden Gebäuden steht das Untergeschoss Meter hoch unter Wasser, es ist von schweren Schäden an auszugehen. Das Leerpumpen dieser Gebäude wird noch mehrere Tage in Anspruch nehmen.
Stromausfälle führten am Sonntag und Montag zu erheblichen Beeinträchtigungen. Häusliche Beatmungsgeräte, stromlose Restaurantküchen sowie die fehlende Kühlung von Impfstoffen und Medikamenten in Arztpraxen erforderten außergewöhnliche Einsatzmassnahmen. Durch Kurzschlüsse in Transformatorenstationen konnte der Energieversorger auch am Montag noch nicht alle Haushalte mit Strom versorgen.
Auch die Feuerwehr hatte durch das Hochwasser Verluste erlitten. Auf dem Weg zu einem Brandeinsatz stoppte das Hochwasser den Kommandowagen, er musste wegen eines Motorschadens außer Dienst genommen werden.
Bis am Montagnachmittag hatten die Einsatzkräfte insgesamt mehr als 230 Einsätze abgearbeitet, mehrere Feuerwehrleute waren über 24 Stunden im Einsatz. Über die Höhe des entstandenen Gesamtschadens gibt es noch keine Schätzungen, die Einsatzmassnahmen werden voraussichtlich noch mehrere Tage andauern.

05.07.2010

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