Gefahrguteinsatz, Rauchentwicklung durch Alkalimetall (Einsatz Nr. 131 / 2009) [Foto]

Einsatzart: Gefahrguteinsatz, Rauchentwicklung durch Alkalimetall
Alarmzeit: 13.07.2009 - 20:03 Uhr
Einsatzort: Ditzingen, Bauernstraße
Eingesetzte Kräfte: MZF (1-0)
Abt. Ditzingen Kdow (1-1), LF 20/16 (1-8),LF 16 TS (1-8), DLK (1-2), RW (1-1), MTW (1-5), GW-T (1-2)

Pressemitteilung: Starke Rauchentwicklung bei den Hochhäusern in der Bauernstraße meldete eine Anwohnerin am Montagabend über Notruf. Als die Feuerwehr Minuten später mit vier Fahrzeugen eintraf, war von dem vermuteten Wohnungsbrand weit und breit keine Spur. Stattdessen meldeten sich immer mehr Passanten, die eine Rauchentwicklung aus verschiedenen Kanalabdeckungen beobachteten. Zusätzlich berichteten die Zeugen über Explosionsgeräusche im Bereich der Kanalisation. Zwei Radfahrer gaben den Hinweis, dass die 100 Meter entfernte Glems über mehrere Hundert Meter mit weißem „Rauch“ bedeckt sei.
Während der Befragung weiterer Passanten entdeckte ein Trupp unter Atemschutz im Kanal eine weißgraue Masse, die bei Berührung mit Wasser gelbe Flammbildung zeigte. Die graue Masse wurde geborgen und auf der Straße genauer inspiziert.
Nach Gesprächen mit dem Fachberater Chemie und einem Studium der Abwasserpläne konnte sich die Feuerwehr einen Reim auf die ungewöhnlichen Beobachtungen machen. Unbekannte warfen offensichtlich ein Alkalimetall – vermutlich Natrium – in die Kanalisation. Bei Kontakt mit Wasser reagiert das Metall, dabei werden ein Hydroxid und Wasserstoff – so genanntes Knallgas – freigesetzt. Durch die Flammbildung explodierte das Knallgas, bei dieser chemischen Reaktion entsteht Wasserdampf. Die Ableitung der Kanalisation in die Glems ermöglichte die Ausbreitung des Wasserdampfes auf der Glemsoberfläche.
Bei verschiedenen Messungen bestätigte sich die Theorie von der Harmlosigkeit der Nebelschwaden. Ätzende oder brennbare Bestandteile ließen sich mit Sicherheit ausschließen. Der Nebel löste sich innerhalb von 60 Minuten vollständig auf, das geborgene Alkalimetall wurde in einem Gefäß mit Petroleum gelagert und zur weiteren Analyse der Polizei übergeben.
www.feuerwehr-ditzingen.de/www.feuerwehr-ditzingen.de/ Um letzte Metallreste aus der Kanalisation zu entfernen, musste die Feuerwehr das 140 Zentimeter breite Abwasserrohr spülen. Die Einsatzkräfte stauten hierfür den Raunsgraben einen Meter hoch an, nach dem Öffnen der Barriere sorgte die künstliche Flutwelle für eine gründliche Reinigung der Kanalisation. Die Ditzinger Einsatzkräfte waren mit acht Fahrzeugen und 35 Mann bis gegen 22:30 Uhr im Einsatz. Der vorsorglich mit ausgerückte Rettungsdienst brauchte nicht tätig zu werden.

13.07.2009

Weitere Informationen

Fotoserie und Video

Seitenanfang