Gefahrguteinsatz, Gasausstömung (Einsatz Nr. 111 / 2007) [Foto]

Einsatzart: Gefahrguteinsatz, Gasausströmung
Alarmzeit: 29.09.2007 - 21:55 Uhr
Einsatzort: K-Münchingen, Raiffeisenstraße
Eingesetzte Kräfte:
Abt. Ditzingen Kdow (1-3), RW (1-2), GW-T (1-2)
FFW Korntal-Münchingen
Abt. Münchingen HLF 20/16 (1-8), TLF 16 (1-5), Kdow (1-2), RW 1 (1-2), MTW (1-4)
Abt. Korntal Kdow (1-2), LF 20/16 (1-8)

Pressemitteilung: Ausströmendes Chlordifluormethan beschäftigte am Samstagabend die Feuerwehren aus Korntal-Münchingen und Ditzingen. In einem Lebensmittelbetrieb in der Raiffeisenstraße kam es bei Bauarbeiten kurz vor 22 Uhr zur Beschädigung einer Kälteleitung. Durch die Leckage entwich das komprimierte Flüssiggas, Handwerker alarmierten daraufhin über Notruf die Feuerwehr. Die zuerst eintreffenden Kräfte aus Korntal-Münchingen forderten zur Unterstützung die Ditzinger Feuerwehr mit Messgeräten an. In einem Versorgungsschacht konnten die Einsatzkräfte eine deutlich erhöhte Konzentration des gesundheitsgefährdenden Gases nachweisen. Nach Abstellen der Zufuhr saugten sie das ausgetretene Gas mit einem Entüftungsgerät aus dem Versorgungskanal. Bei anschließenden Messungen war kein Gas mehr nachweisbar, eine weitere Gefährdung war damit ausgeschlossen.
Personen kamen bei dem Unglück nicht zu Schaden, die Feuerwehren aus Korntal-Münchingen und Ditzingen waren bis um Mitternacht mit zehn Fahrzeugen und 48 Kräften im Einsatz.

Der ausgetretene Stoff gehört zu den Fluorchlorkohlenwasserstoffen (FCKW) und darf wegen seiner Ozon schädigenden Wirkung seit 01.01.2000 in Deutschland nicht mehr in Umlauf gebracht werden, in älteren Anlagen ist seine Verwendung weiterhin zulässig. Hohe Konzentrationen wirken beim Menschen narkotisierend, es kann zur Auslösung von Herzrhythmusstörungen kommen.
In Gewerbe und Industrie wird die Substanz zum Beispiel als Kältemittel in den Frischhalte- und Kühltruhen von Supermärkten oder in Anlagen zur Raumklimatisierung eingesetzt. Da der Stoff schwerer als Luft ist, sammelte er sich nach seiner Freisetzung im tief liegenden Versorgungskanal in hoher Konzentration an, der Verkaufsraum des Gebäudes wurde nicht kontaminiert. Aus dem Versorgungskanal konnte die Feuerwehr den Stoff mit einem Entlüftungsgerät vollständig absaugen.

29.09.2007

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