Erdbebenhilfe in Albstadt

8./9.09.1978
,,Dass scho amol so arg grompelt hätt, des denkt mir net, ond i hab doch au scho a paar Erdbebe verlebt!", so wurde uns von einer älteren Frau aus Ehingen im Zollern-Alb Kreis berichtet. Dass bei der Stärke dieses Bebens zwar viele Personen - teilweise auch schwer - verletzt wurden, jedoch niemand sein Leben lassen musste, kann man fast schon als Wunder bezeichnen. Wie stark das Beben am 3. September 1978 war, lässt sich auch daran ermessen, dass es sogar in Österreich, in der Schweiz und auch in Frankreich zu spüren war; selbstverständlich konnte man es auch in Ditzingen wahrnehmen, und der eine oder andere wird sich sicher noch daran erinnern.
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Die ständig zunehmende Zahl von Notrufen ließ die Verantwortlichen bald erkennen, dass die eigenen Hilfsorganisationen nicht ausreichten, Herr der Lage zu werden und so wurden aus ganz Baden-Württemberg Feuerwehren zur Unterstützung angefordert. Benötigt wurden vor allem Drehleitern und Rüstwagen, um einsturzgefährdete Giebel und lose Kamine abzutragen. Auch die Ditzinger Feuerwehr wurde abends aufgefordert, sich mit den Kameraden aus Gerlingen am nächsten Morgen auf den Weg in Richtung Tailfingen zu machen. Die Wehr aus Gerlingen wurde mit dem Rüstwagen, die Ditzinger Wehr mit ihrer Drehleiter im Erdbebengebiet erwartet und eingesetzt. Die Vorbereitungen für den Einsatz waren insofern nicht ganz einfach, als dass aus beruflichen Gründen nicht jeder Feuerwehrmann für unbestimmte Zeit abkömmlich war. Letztendlich wurde auf vom Wehrdienst befreite Kameraden zurückgegriffen, die sich dann auch mit Begeisterung zur Verfügung stellten.
Nach Absprache mit den Kameraden aus Gerlingen vereinbarte man 5:45 Uhr als Abfahrtszeit, um etwa gegen 8:00 Uhr in Tailfingen einzutreffen. Es ein schöner Morgen, als wir voller Erwartung abfuhren.
In der Gegend von Balingen wurden wir über Funk von der Einsatzleitung schon über das Notwendigste informiert. je näher wir dem Ziel kamen, umso größer wurden die Schäden und Verwüstungen, die fast an Kriegszeiten erinnerten.


Am nächsten Tag wartete ein großes Arbeitspensum, vor allem als wir erfuhren, dass jeder abgetragene Kamin registriert und entsprechend gewertet werden würde.
Nachmittags erfuhren wir dann, dass für uns der Einsatz zu Ende sein würde. So konnten wir nach gebührender Verabschiedung noch am selben Abend den Heimweg antreten, glücklich, dass wir mit dazu beitragen konnten, noch größeres Leid zu verhindern.
Oskar Schaible
(Abt.-Kommandant 1972-1982)

