PKW-Brand im Engelbergtunnel

PKW-Brand im Engelbergtunnel

05.11.1998
Leichtverletzte nach Motorbrand - Feuerwehren greifen mit 59 Leuten ein

Knapp zwei Monate nach Inbetriebnahme des Engelbergbasistunnels trat gestern zum ersten Mal ein umfangreicher Ernstfall ein. Ein Autobrand machte gegen 16.30 Uhr einen Großeinsatz der Feuerwehren sowie die mehr als einstündige Vollsperrung der Oströhre notwendig. Im Leonberger Stadtgebiet drehte sich gestern Abend zeitweise kein Rad mehr.

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Aus offenbar technischen Gründen begann der Motor eines in Richtung Leon-berger Dreieck fahrenden Autos zu brennen. Über Handy, einem Handmelder im Tunnel und schließlich auch dem speziellen Wärme-Sensorkabel an der Tunneldecke wurden die Feuerwehren Leonberg, Ditzingen und Gerlingen alarmiert. Auch wurde der Tunnel sofort in beide Fahrtrichtungen durch die Portalampeln gesperrt, so die Autobahnpolizei Ditzingen. Während die Leonberger Feuerwehr vom Südportal an das brennende Auto anfuhr, warteten die Ditzinger, bis die Leonberger Kameraden grünes Licht zum Einfahren auf die Gegenfahrbahn gaben. Die Gerlinger Feuerwehr blieb am Nordportal und regelte den Verkehr ab.
Über die Betonleitplanke hinweg wurde schließlich das Feuer bekämpft - dazu genügte das Löschwasser eines Leonberger Tanklöschers. Dichter Rauch empfing zunächst die Feuerwehrleute. Per Direktleitung zur Ludwigsburger Verkehrsleitstelle dort sitzt ein Disponent, der auch die Tunneltechnik überwacht, ordnete Stadtbrandmeister Walter Weidle an, den Rauch mit den Strahllüftern an der Tunneldecke Richtung Gerlinger Portal zu blasen – dort stehen die großen Hauptlüftungen. Alle Feuerwehrleute, auch Weidle als Einsatzleiter, mussten unter Atemschutz arbeiten.
Die betroffene Autobesitzerin erlitt einen Schock, sowie die Anzeichen einer Rauchgasvergiftung. Nachdem das Feuer aus war, begannen die Wehrleute sofort die Autos, die im Stau hinter dem Brandauto standen aus dem Tunnel zu evakuieren. „Autofahrernahmen dann sofort die verletzte Frau mit und brachten sie zum Tunnelausgang“, lobte Weidle die Hilfsbereitschaft von anderen Autofahrern. Dort übernahm ein Rettungswagen des Deutschen Roten Kreuzes die Frau und brachte sie ins Krankenhaus.
Weidle lobte das ruhige Verhalten der anderen Autofahrer, die zügig an der Einsatzstelle in Richtung Leonberg aus dem Tunnel fuhren. Trotz Eile bei den Räumungsarbeiten dauerten die Vollsperrungen noch bis etwa 17.45 Uhr.
In Leonberg brach während der Vollsperrung des Engelbergtunnels ein Verkehrschaos aus. Zwischen Südrandstraße und Feuerbacher Straße drehte sich kein Rad mehr. Betroffen vom Kollaps der Nord-Süd-Verbindungen durch die Stadt waren auch die Zufahrtsstrecken von und nach Stuttgart oder Rutes-heim. Insgesamt zeigt sich Stadtbrandmeister Weidle zufrieden über den Einsatzablauf: "Es war gut, dass wir fast an derselben Stelle solch einen Notfall geübt haben." Gleichwohl die Lüfter schnell den Rauch abtransportie-ren, ist ein Arbeiten an der Einsatzstelle nur mit Atemschutz möglich. So arbeiteten insgesamt 20 der eingesetzten Feuerwehrangehörigen unter Atemschutz im Tunnel. Auch bestätigte er das Leonberger Verkehrschaos: "Wir mussten auf Schleichwegen in die Wache zurückfahren."