Rinder und Geflügel bei Großfeuer verbrannt

Rinder und Geflügel bei Großfeuer verbrannt

12.05.1992

Seit 1978 hat es in Hemmingen keinen derartigen Großbrand mehr gegeben. Damals brannte der Silber-Hof, gestern wurde der Stall auf dem Aussiedlerhof von Adolf Bauer ein Raub der Flammen. In dem Feuer kamen 13 Stück Großvieh und 350 Putenküken um. Den Gesamtschaden schätzt die Polizei auf 400000 Mark.

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Die Hemminger Feuerwehr rückte mit drei Großfahrzeugen, mit der Drehleiter, einem Tanklöschfahrzeug sowie einem Löschfahrzeug aus. 60 Feuerwehrleute darunter zehn Atemschutzträger, waren im Einsatz. Unterstützung bekamen die Hemminger Wehrmänner aus Ditzingen, Hochdorf und Eberdingen. Um 8:45 Uhr ging der Alarm bei der Hemminger Wehr ein, fünf Minuten später war man bereits am Brandort, gibt der steilvertretende Kommandant der Hemminger Feuerwehr, Reinhold Lay, Auskunft.
Eine Dreiviertelstunde später hatte man das Feuer unter Kontrolle. Man habe den Schwerpunkt der Löscharbeiten darauf legen müssen, ein Übergreifen des Flammenmeers auf das angrenzende Zwischengebäude und das Wohnhaus zu verhindern, erläutert Kommandant Erich Schönleber. Da gestern Morgen Westwind vorherrschte - er bereitete ,,Mordsschwierigkeiten" - habe diese Gefahr bestanden. ,,Wir haben schnell gesehen, dass bei dem Stall nichts mehr zu machen war." Das Gebäude brannte bis auf die Grundmauern nieder.
Ich saß gerade beim Frühstück, als ich einen lauten Schlag hörte", berichtet Eberhard Bauer, einer der beiden Söhne des Landwirts. "Das Krachen musste vom Stall kommen. Als ich hinausgelaufen bin, habe ich schon den Rauch gesehen." Innerhalb von zwei, drei Minuten entwickelte sich eine enorme Hitze. Deshalb sei es nicht mehr möglich gewesen, in den Stall zu gelangen. Das Großvieh und die Küken konnten nicht mehr gerettet werden. Eberhard Bauer, der auf dem elterlichen Hof im Nebenerwerb mitarbeitet, bezeichnet den Schaden als eine Existenzfrage. "Ich hoffe, dass wir wieder aufbauen können. Ein bis zwei Jahre wird es dauern, bis der Bestand wieder erreicht ist. Den Einnahmeverlust bezahlt uns keiner." 20 Hektar Nutzfläche gehören zu dem Hof.
Neben Zuckerrüben wird Getreide angebaut. Ein weiteres Standbein bildete das Großvieh und vor allem die Putenaufzucht. Im Stall standen auch drei Hänger, auch sie verbrannten. Die Maschinenhalle im Hauptgebäude blieb aber zum Glück unbeschädigt. Auch das Wohnhaus blieb "zu 100 Prozent unbeschädigt“, versichert Schönleber.
"Das Feuer ist in einer Ecke des Stalls losgegangen", sagt Kommandant Schönlber. Dort befanden sich auch die Brutkästen für die Kükenaufzucht. Die Ursache für den Brand ist vermutlich im technischen Bereich zu sehen. Die Ermittlungen der Polizei dauern aber noch an.
Auch Hemmingens Bürgermeister, Werner Nafz, war an die Brandstelle geeilt. Er hatte den Brand gleich gesehen. "Es ist fürchterlich, dass die Tiere nicht mehr gerettet werden konnten", bedauert Nafz.
Die Feuerwehr war auch gestern Nachmittag noch am Brandort. Der niedergebrannte Stall muss abgerissen werden. Es besteht die Gefahr, dass kleinere Brandherde noch einmal auflodern und womöglich doch noch auf das Wohnhaus übergreifen, erläutert Lothar Hofner, Mitarbeiter der Pressestelle der Polizeidirektion. Deshalb muss zumindest eine Brandwache draußen bleiben.