Erfolgreiche Tierrettung bei Küchenbrand

Erfolgreiche Tierrettung bei Küchenbrand

7. November 2000 - 14:58 Uhr

Buchstäblich in letzter Sekunde rettete am Dienstagnachmittag die Ditzinger Feuerwehr einem Hundewelpen das Leben. Durch die Maßnahmen des Feuerwehrarztes konnte der mit Schnappatmung gerettete Hund aus tiefer Bewußtlosigkeit ins Leben zurückgeholt werden.

Alarmierung

„Pfisterstraße 7, dort Küchenbrand“, so lautete das Alarmstichwort der Feuerwehrleitstelle Ludwigsburg am Nachmittag des 7. November 2000 um 14:58 Uhr. TLF 16 und Kommandofahrzeug rückten drei Minuten später aus. Parkende Fahrzeuge in den engen Straßen des Wohngebietes verzögerten die Anfahrt, dennoch trafen die ersten Kräfte bereits um 15:02 Uhr an der nahe gelegenen Einsatzstelle ein. Die DLK 23/12 GL und ein LF 16-8 folgten wenig später. Feuer oder Rauch waren zunächst nicht sichtbar, eine Nachbarin verwies auf dichter werdende Rauchschwaden an einem der Straße abgewandten Küchenfenster. Ein älterer Hausbewohner wurde noch in einer der insgesamt drei Wohneinheiten vermutet. Ein 12-Jähriger Nachbarjunge hatte den Rauch zufällig entdeckt, dabei sei wiederholt ein kleiner Hund am verqualmten Küchenfenster aufgetaucht. Über seine Mutter veranlaßte er die sofortige Alarmierung der Feuerwehr.

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Erkundung und Einsatzmaßnahmen


Aufgrund der vermuteten vitalen Gefährdung von Bewohnern wurde für erste Erkundungen die Eingangstüre gewaltsam geöffnet, unter Mitnahme eines C-Rohres erkundeten Einsatzleiter Peter Gsandner und der Wassertrupp des TLF in den rauchfreien Wohnungen im Erd- und Dachgeschoß. Der Angriffstrupp begab sich unter Atemschutz in die verrauchte Wohnung im 1. Obergeschoß, er entdeckte den ursächlichen Brand im Küchenbereich. Sofort nach Betreten der Küche fanden sie einen leblosen Welpen am Boden liegend und übergaben ihn im rauchfreien Treppenhaus den dort erkundenden Kräften. Der Angriffstrupp suchte die betroffene Wohnung nach Personen ab und begann mit der Brandbekämpfung in der Küche. Nach kurzzeitigem Einsatz eines C-Rohres löschten sie den Brand gegen 15:15 Uhr mit der Kübelspritze. Die Besatzung der Drehleiter brachte zwischenzeitlich im Eingangsbereich einen Hochdrucklüfter in Stellung, die Besatzung des LF 16-8 stellte einen Rettungstrupp. „Feuer unter Kontrolle, keine Personen mehr im Gebäude, Kleintier/Hund vom Angriffstruppe gerettet“, so lautete die Rückmeldung des Einsatzleiters zu diesem Zeitpunkt.
Der Erkundungstrupp trug den geretteten Hund aus dem Gebäude, vom anwesenden Feuerwehrarzt wurde er sofort untersucht. Der Welpe war tief bewußtlos, bei bestehender Schnappatmung mußte mit einem unmittelbar bevorstehenden Ableben des Tieres gerechnet werden. „Der geht ein !“, so die wenig ermunternden Worte der eintreffenden Polizeibeamten. Trotz schlechter Vorzeichen fassten Feuerwehrarzt und Wassertruppmann den Entschluß, dem Jungtier mit schwerem Inhalationstrauma zu helfen. Ein Sauerstoffschlauch im Rachen des Tieres und „Cortisonspray über Schnauze“ sollten dem Welpen das verloren geglaubte Leben wieder einhauchen. Generalisierte Krampfanfälle und spontaner Stuhlabgang trübten zunächst die Aussicht auf eine erfolgreiche Therapie. Auch die Besatzung eines vom Einsatzleiter bei anfangs unübersichtlicher Lage nachgeforderten RTW attestierte dem Hund eine sehr schlechte Prognose.
Nach knapp zehn minütiger Behandlung atmete der Welpe wider Erwarten deutlich besser, erste Augenbewegungen stimmten hoffnungsvoll. Etwa 20 Minuten nach der Rettung signalisierte ein noch zaghaftes, aber unverkennbares Schwanzwedeln, den nicht für möglich gehaltenen Ausgang der Hunderettung. Freudentränen von – dem zwischenzeitlich heimgekehrten – Frauchen und Schwanzwedeln von Hündchen dominierten fortan die Szenerie am Brandplatz. Der entstandene Sachschaden in Höhe von 30.000 DM schien völlig bedeutungslos.

Einsatzbilanz

Die Aufmerksamkeit eines Nachbarjungen und der rasche, zielstrebige Einsatz der Feuerwehr ermöglichten die Rettung eines im Rauch eingeschlossenen Hundewelpen. Mit medizinischen Maßnahmen im Vorgarten konnte das schon tot geglaubte Tier ins Leben zurückgeholt werden. Ein Vorgehen, das die Hundebesitzerin mit einem Schreiben (abgestempelt mit vier Hundepfoten) dankte und das mit bis zu dreispaltigen Berichten in vier regionalen Tageszeitungen (Hauptüberschrift auf einer Titelseite: „Hundewelpen vor Flammentod gerettet“) der Institution Feuerwehr ein wertvolles Stück Öffentlichkeitsarbeit bescherte.

Eingesetzte Kräfte:

Feuerwehr Ditzingen:
KdoW 2 Mann
TLF 16 6 Mann
DLK 23-12 GL 3 Mann
LF 16-8 9 Mann

Polizei Ditzingen: 4 Beamte, mit 2 Fahrzeugen

Rettungsdienst: 1 RTW

Dr. Andreas Häcker
Freiwillige Feuerwehr Ditzingen