Fünf Lastwagen rasen ineinander

Fünf Lastwagen rasen ineinander

30.07.1999

Ein Auffahrunfall zwischen fünf Lastwagen ging gestern Morgen auf der Autobahn bei Ditzingen für einen Fernfahrer tödlich aus. Die Autobahn blieb fast eine Stunde voll gesperrt, bis in den Mittag hinein reichte der Stau.

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Es war der klassische Freitagmorgen-Stau, der gegen 8.15 Uhr vom Engelbergtunnel bis an die Anschlussstelle Feuerbach zurück reichte. Zwei kleinere Lastwagen waren kurz nach der Ditzinger Auffahrt zum Halten gekommen. Ein 47jähriger hielt seinen 40-Tonner-Lastzug ebenfalls an. Darauf folgte ein weiterer 46jähriger Sattelzugfahrer aus Delmenhorst in der Nähe von Hamburg. Mit eingeschalteter Warnblinkanlage näherte er sich dem Stauende.
Dahinter folgte ein 25jähriger Feinfahrer aus dem Rhein-Neckar-Kreis, der aus ungeklärter Ursache in voller Fahrt auf den Vorausfahrenden prallte, berichtet die Polizei. Durch die Wucht des Aufpralls wurden nicht nur die fünf Lastwagen aufeinander geschoben: Der 46jährige Sattelzugfahrer starb sofort in den Trümmern der total zerstörten Kabine. Der Unfallverursacher wurde ebenfalls durch seine total zerstörte Kabine geschleudert und schwerverletzt eingeklemmt.
Feuerwehren aus Ditzingen und Leonberg eilten, wie auch der DRK-Rettungsdienst und der am Leonberger Kreiskrankenhaus stationierte DRF-Hubschrauber "Christoph 41", an die Unglücksstelle. Um den Schwerverletzten aus dem Wrack zu befreien, bediente sich der Ditzinger Stadtbrandmeister Gerhard Schaible eines besonderen Tricks.
Er forderte den Schlauchwagen an - dieser ist mit einer Hebebühne ausgerüstet. Mit dieser Hebebühne als mobile Arbeitsplattform konnten Feuerwehrleute und Notärzte bequem mit ihrer Ausrüstung direkt ans Fahrerhaus heranfahren, um den 25jährlgen zu retten. Vom Notarzt des Rettungshubschraubers wurde der Mann versorgt und vom DRK ins Krankenhaus gebracht. Die Feuerwehr hat mit ihren 20 Hellern außerdem auslaufende Farbe und literweise Motoröl abgebunden.
Trotz des schnellen Einsatzes musste am Fahrbahnrand Erdreich abgetragen werden. Auch halfen Mitarbeiter der Autobahnmeisterei Ludwigsburg die Unfallstelle zu sichern und zu räumen.
Nach etwa einer Stunde gab die Autobahnpolizei den Verkehr auf einer Spur wieder frei. Dennoch staute sich der Verkehr bis zu 10 Kilometer Länge. Bei aller Tragik des 500 000-Mark-Unfalls zeigte sich Vize-Revierleiter Horst Weiler aber erleichtert: ,,An einem Montagmorgen wären wir unter 30 Kilometer Stau nicht ausgekommen."