Großbrand in Chemiefabrik
10.10.1979
Nur durch einen massiven Einsatz von Feuerwehren aus der ganzen Umgebung konnte in den späten Nachmittagsstunden des Mittwoch eine Katastrophe in Ditzingen abgewandt werden. Aus noch ungeklärter Ursache war in der chemischen Fabrik Loba Holmenkol ein Brand ausgebrochen, der sich rasch zu einem Großfeuer entwickelte. Er richtete einen Schaden von schätzungsweise 2,5 Millionen Mark an. Personen kamen nicht zu Schaden. Nach etwa eineinhalb Stunden hatten die Feuerwehren, den Brand zwar unter Kontrolle, die Brandwache dauerte jedoch bis um 6 Uhr des anderen Tages.
Zurück zur Einsatzübersicht Gegen 16 Uhr war es, als Arbeiter Feuer im Lagergebäude entdeckten. Worauf der Betriebsingenieur Großalarm für die Freiwillige Feuerwehr und die Polizei gab. Die chemische Fabrik unmittelbar an der Bahnlinie Ditzingen - Leonberg gelegen, brannte bald lichterloh, besondere Gefahr: Nitroverdünnungen und Lösungsmittel lagerten auf dem Betriebsgelände. Hätte das Feuer außerdem auf die unterirdisch gelagerten Tanks mit über 60000 Litern gefährlichen Stoffen. übergegriffen, die Katastrophe wäre nicht auszudenken gewesen. Das dumpfe Knallen, das weithin hörbar war, war auf die Explosion von Spraydosen zurückzuführen.


Unter der Leitung des Ludwigsburger Kreisbrandmeisters Trefz waren die Freiwilligen Feuerwehren aus Ditzingen, Gerlingen, Leonberg, Kornwestheim und Ludwigsburg im Einsatz sowie die Berufsfeuerwehr Stuttgart. Insgesamt waren 120 es rund Feuerwehrleute, die dem Brand zu Leibe rückten. Wirksamste Hilfe waren zwei moderne Schaumwerfer. Daneben waren insgesamt 25 Löschfahrzeuge und Spezialfahrzeuge am Brandort.
Im Einsatz waren vorsorglich auch 14 DRK-Helfer mit sechs Fahrzeugen. Und im Einsatz waren ferner 23 Beamte der Schutzpolizei, die alle Hände voll zu tun hatten, um die Neugierigen abzuhalten. Diese waren sich offensichtlich der Gefahr, der sie sich aussetzten, gar nicht bewusst. Ferner im Einsatz sieben Beamte der Kriminalpolizei.
Gegen 18:06 Uhr hatten die Wehrmänner das Feuer – das immer wieder aufflackerte – unter Kontrolle, durch den konzentrierten Einsatz war es gegen 19:15 Uhr gelöscht. Nachzulöschen gab es jedoch bis 22 Uhr, und bis anderntags um 6 Uhr wurde Brandwache gehalten. Als es „Feuer gelöscht“ hieß, konnte die Polizei auch die Umleitungen wieder aufheben. Sowohl an der Autobahn-Auffahrt Ditzingen als auch an der Abzweigung nach Gerlingen war der Verkehr umgeleitet worden, auch, um die Innenstadt und die Zufahrtsstraßen für die Einsatzfahrzeuge freizuhalten.


Vorsorglich geräumt worden war der Stall eines angrenzenden Bauernhauses. Zum Glück jedoch griffen die Flammen nicht über, eine Explosionskatastrophe konnte verhindert werden. An eine Aufnahme der Arbeit konnte anderntags nicht gedacht werden, die Arbeiten erstreckten sich vor allem auf Aufräumungsarbeiten in den abgebrannten Gebäuden. Und vor allem beschränkten sie sich auf die Arbeit der zur Brandursache ermittelnden Sachverständigen, die von der Kriminalpolizei hinzugezogen wurden. Über die Ursache des Brandes, der nach ersten Schätzungen einen Schaden von 2 bis 2,5 Millionen Mark anrichtete, war man sich am Tag nach dem Brand noch nicht im Klaren.
Eingesetzte Kräfte Abteilung Ditzingen:
TLF 16 (1-5)
TLF 15 (1-5)
LF 16 TS (1-8)
DL 30 (1-5)
MTW (1-8)
RW 2 (1-2)